Unsere Ungarnfahrt im Mai 2023


Tag 1:

Der erste produktive Tag unserer Ungarnfahrt.  Heute sind wir bei der Spitzrettung gewesen, die uns ihre Station und einige zuckersüße Fellnasen vorgestellt haben. In dieser Station sitzen nahezu nur Spitze und deren Mischungen. Vorort lernten wir dann zum Beispiel Porto kennen, einen Mudi-Spitz-Mix, der nicht unbedingt zu den einfachen Hunden gehört oder auch Luigi, der aufgrund seines gesundheitlich schlechten Zustands nicht vermittelbar ist.  Gemeinsam mit Ihnen fuhren wir in die Tötungsauffangstation, die wir als Verein bis dato noch nicht kannten. Die Spitzrettung arbeitet eng mit der Auffangstation zusammen, welche sich zur Aufgabe macht, die Hunde aus den Tötungen zu retten, die vom Vermehrer aussortiert wurden. In Ungarn ist es keine Seltenheit, das Rassehunde billig vermehrt und dann für teures Geld bei bekannten Plattformen von den "Züchtern" verkauft werden. Die Hunde, die übrig bleiben oder aufgrund von Krankheit und Fehlbildungen nicht vermittelt werden, kommen in die Tötungsstationen, wo ihnen nach kurzer Zeit der Tod erwartet. Doch die Tierheimleiterin hat es sich zur Aufgabe gemacht, eben diese Hunde vor einem solchen Schicksal zu retten. Zuerst ging es zum Elternhaus der Tierheimleiterin. Dort sind die Hunde untergebracht, die besondere Aufmerksamkeit benötigen, wie z.B. die kranken Hunde oder Welpen. Wir nahmen die Infos zu den Hunden auf, fotografierten was das Zeug hielt, machten Videos und schätzten Gesundheitszustand und Alter ab. Danach ging es dann in das Tierheim. Dort angekommen kümmerten wir uns um die Aufnahme der weiteren Hunde und auch kleine Notfelle haben wir, dank Miris Ausstattung, gut und zügig versorgen können. Auch eine kleine, leider erfolglose Nachsuche nach 2 Straßenhunden fand Platz in unserem Tagesplan. Ein spannender, anstrengender aber auch produktiver Tag.


Tag 2:

 Wir sind nochmal bei Eta in Püspökladány gewesen, um dort einige Hunde aus den Kennels zu nehmen und sie besser kennenzulernen. Wir schauten nach der Ängstlichkeit und Verträglichkeit der Fellnasen und knipsten weiterhin Mengen an Fotos, um die Vermittlungschancen bestmöglich zu steigern. Einige Notfellchen mussten wir ebenfalls versorgen, da es in den engen Zwingern leider schnell zu Prügeleien führen kann. Eine französische Bulldogge mit blutigen Ohren und einen Seniorfrops mit Ohrenentzündung später sind wir dann weitergefahren in ein anderes, uns fremdes Tierheim nach Mesötúr. Dort haben wir die Mitarbeitenden kennengelernt und uns von ihnen die Anlage und die Hunde zeigen lassen. Wir lernten Happy kennen, einen frisch eingetroffenen Rüden mit 6 Monaten, der durch Mangelernährung völlig deformiert lief. Den Namen habe ich dem kleinen Kerl gegeben, da er mich völlig überwältigt hat. Happy konnte kaum laufen, war abgemagert und dehydriert und trotzdem war das Einzige, was er wirklich wollte, die Aufmerksamkeit und Nähe eines Menschen. Wir haben ihn mit einer Infusion versorgt, er lag dabei in meinem Schoß und beschloss, das dies der perfekte Platz für ein Mittagsschläfchen ist. Wir haben dem tollen Kerl die Liebe gegeben, die er so dringend haben wollte. Wir lernten in Mesotür auch viele andere Hunde kennen, von einem Mudi mit dem Doppelmerle-Gen, der taub und fast blind war, über reinrassige Schäferhunde und Kuvacs-Mixe bishin zu kleinen Mix-Welpen, die um unsere Füße tollten. Wir fotografierten auch die Katzen in der Station und einige Hunde, um sie dem Partnerverein zuzusenden. 


Tag 3

 Wir waren gestern in Siofok. Die Anfahrt war zwar kurz aber abenteuerlich, denn die ungarischen Straßen sind nicht sonderlich achsenfreundlich. Unser Tourguide Miri hat uns souverän an den Schlaglöchern vorbei, manchmal auch durch die Schlaglöcher durch, zum Tierheim gefahren. Dort angekommen haben wir die Spenden ausgeladen, ein paar Welpen geschmust und sind direkt los gezogen, um Hunde kennenzulernen. Da wir nur einen kurzen Tag in Siofok geplant hatten, denn unsere langen Tage sind am Donnerstag und Freitag, haben wir uns einfach ein paar Fellnasen geschnappt und sind mit ihnen Spazieren gegangen. Wir hatten einige Hunde dabei, die schon länger im Tierheim sitzen und die bei denen wir sehen wollten, ob und wie sie sich entwickelt haben. So waren Bingo, Lulu und Lady dabei. Bingo war lange Zeit schwierig mit Rüden, beim Spaziergang war er sichtbar fröhlich und auch Rüden waren kein Problem, was ihm den Weg in ein neues Zuhause erleichtern sollte. Auch Ladys Unverträglichkeit mit Hündinnen war außerhalb der Zwinger nicht sichtbar. Lulu ist im Vergleich zum letzten Besuch etwas mehr verunsichert. Nach unserem Spaziergang sind wir noch zu den kleinen Fellnasen gegangen, egal ob klein wie gedackelt oder klein aufgrund des Alters. Wir haben geschmust, die Hunde kennengelernt und mit Zsuzsi, der Tierheimleiterin, über die Geschichten der Tiere gesprochen. Als wir dann zurück zur Ferienwohnung gefahren sind, war zwar die Luft raus, aber Ruhe war noch lange nicht, denn wir haben den Nachmittag damit verbracht, Bilder und Videos zu sortieren, Infos durchzugehen und die alles auf den Laptop zu ziehen. Bis um 23 Uhr saßen wir also zusammen und sortierten und organisierten, was das Zeug hielt. Dann ging es ins Bett und heute wird wieder spannend, denn es geht nach Lajosmizse.


Tag 4:

Heute ging es wieder auf Abenteuerfahrt mit unserem Tourguide Miri nach Lajosmizse. Zwar durfte diesmal Gaby fahren, da aber Miri die Navigation übernommen hat, kam es wieder zu spannenden Umwegen. Als dann die erste Angst um Gertrud überstanden und die Vegetation aus dem Frontscheinwerfer entfernt war, konnten wir so richtig starten. Nachdem die Spenden übergeben und alle begrüßt wurden, starteten wir mit den Hunden durch. Jeder Hund wurde fotografiert und ihr Verhalten neu eingeschätzt, die Gesundheit angeschaut und die Daten abgeglichen. Und bei über 100 Hunden ist das wirklich Arbeit gewesen. Aber wir haben durchgezogen und uns durch die Gerüche, die Matschfützen und vorallem die unsagbare Lautstärke im Tierheim durchgeschlagen. Die Hunde waren so aufgeregt, dass neue Menschen dort waren und sprangen und kletterten am Zaun umher, auf der Suche nach Händen zum beschnuppern oder Leckerchen zum Naschen. Wir sahen Senioren, Hundekinder und noch kleinere Hundekinder, kleine und große Fellnasen. Nach dem Durchmarsch im Tierheim haben wir die Bilder und Infos mit unseren Vermittlungshunden abgeglichen, noch fehlende Hunde nachgeholt und uns kurz Zeit genommen, um über Organisatorisches und Zukunftspläne zu sprechen. Um 16 Uhr war dann Abfahrt zurück zum Ferienhaus, doch eine Pause oder gar Entspannung waren weit entfernt. Kaum angekommen und den Schmutz vom Körper gewaschen, ging das Sortieren der Bilder und Videos sowie das Einpflegen der neuen Daten los. Und das dauert lang, denn jetzt grad, wo ich dieses Update schreibe, bin ich immernoch damit beschäftigt, die Bilder zu sichern, die SD-Karten für morgen vorzubereiten und alles zu sortieren. Bald werden wir aber ins Bett fallen, denn morgen steht der nächste Tag an, für den wir alle Kraft und Energie aufladen müssen. Morgen gehts wieder nach Siofok!


Tag 5:

Wir waren den ersten von 2 Tagen in Siofok und haben die Hunde kennengelernt, die in unserer Vermittlung sind oder die Paten suchen. Nach der typischen ungarischen Schotterstraße kamen wir in Siofok an und wurden von Zsuzsi, der Tierheimleiterin in Empfang genommen. Direkt stürmten wir los, beladen mit Kameras, Handys, Tabellen für Infos und vor allem ganz vielen leckeren Keksen für die Hunde. Wir haben viele Mäuse kennengelernt, von klein bis groß, von jung bis alt, hell bis dunkel und verträglich bis unverträglich war alles dabei! Wir haben geschmust und gekuschelt, fotografiert und mit Zsuzsi's Hilfe Infos aufgeschrieben. Es war ein langer Tag aber dank Zsuzsi's toller Organisation und ihrem Herzblut konnten wir alle Hunde kennenlernen und viel über sie erfahren. 


Tag 6:
Wir waren wieder in Siofok. Wir haben mit den Patenhunden gestartet, dass sind die Fellnasen, die wir aufgrund ihrer Rasse, ihres Verhaltens oder aus Krankheitsgründen nicht vermitteln können. Alle wurden fotografiert, gefilmt, mit Keksen bestochen und geschmust. Zur Mittagspause haben wir uns dann 3 süße Fellnasen geschnappt, mit denen wir dann eine schöne Runde spazieren waren, um sie kennenzulernen und einzuschätzen. Dabei waren Pamacs, ein zuckersüßer und freundlicher Puli-Mix-Rüde, Elsa, eine total lebendige und freundliche Terrier-Mix-Hündin und Vilma, ein Dackel-Terrier-Mix-Mädchen, die noch nicht lang im Tierheim ist und das erste Mal beim Tierheim spazieren war. Alle 3 waren super süß und so freundlich, wir Spaziergänger waren schlimm verliebt😍 anschließend haben wir uns aufgeteilt, da Miri und Gaby zum Katzenhaus fuhren, um sich die Tiere dort anzusehen, und Madita und ich uns entschieden haben, uns mit Hundebürsten auszustatten und mal ein paar Fellnasen mit Fellpflege beglücken. Ich habe mir zuerst Bella geschnappt, eine Hündin aus einem Messihaushalt, die nicht viel kennt und doch so freundlich ist. Die Bürste fand sie zwar noch gruselig, aber die Kuschelpause hat sie gern angenommen😍 währenddessen hat sich Madita Nemo geschnappt, einen schwarzen Schäferhund - Mix mit ganz viel Fell, der das Bürsten sehr genossen hat und es sich dann in Maditas Schoß gemütlich gemacht hat. Nach den zwei Mäusen haben wir uns die nächsten geschnappt, einmal Elsa, die wie auch Bella aus einem Messihaushalt stammt, und Bingo, der als Langzeitinsasse schon viele Jahre in Siofok lebt. Elsa hatte zu Beginn große Angst vor der Bürste, doch mit etwas Geduld und Kuscheleinheiten hat sie dann verstanden, dass Bürsten richtig toll sein kann. Dann hat sie sich auf meinen Schoß gesetzt und die Zuwendung und Aufmerksamkeit genossen. Bingo ging es ähnlich. Er genoss das Bürsten und die Zuwendung, tänzelte vor Freude vor Madita hin und her und entspannte sichtlich beim Bürsten und dem Kuscheln. Um 16 Uhr verabschiedeten wir uns dann aus Siofok, um alle Infos, Videos und Bilder zu sortieren. Abends haben wir uns dann das erste Mal etwas Entspannung gegönnt, als wir gemeinsam mit Zsuzsi etwas essen waren. Wir haben den Tag wirklich genossen und freuen uns aufs nächste Mal!